29 März 2011

Eschatologie: der Mensch lebt nach dem Tod weiter

Eduard Böhl, Dogmatik § 83.

Dass nach dem Tode das Leben nicht vorbei ist, erschliesst sich daraus, dass der Mensch als Gottes Ebenbild geschaffen wurde. Die Seele beider, des Gottlosen und des Gerechten, werden niemals sterben. Der Tod wird die grundlegende Beziehung zwischen Gott und dem Menschen allerdings nicht mehr ändern, sondern er wird für immer das festmachen, was der Mensch zu Lebzeiten begonnen hat (2Kor 5,10).

Am deutlichsten wird der Unterschied der Ewigkeit des Gottlosen und des Gerechten im Gleichnis des reichen Mannes und dem armen Lazarus gezeigt (Luk 16,19-31). Der reiche Mann leidet Qualen. Diese Qualen kommen daher, weil der Gottlose für ewig von Gott geschieden wird.
Den Zustand des Todes empfinden die Gottlosen nach dem Verlust ihres Leibesorganes um so drückender, als ihnen jetzt das Gegengewicht des Sichtbaren fehlt. Was ihnen schon immer eignete, die Gottentfremdung oder der geistliche Tod, das enthüllt sich jetzt, nachdem ihnen das Licht des irdischen Lebens fehlt, in erschreckender Weise – und so werden sie jetzt vollends zu höchst unseligen Wesen.
Der arme Lazarus lebt in ewiger Glückseligkeit. Diese Seligkeit unterscheidet sich von der Freude, die die Kinder Gottes bereits auf Erden erleben, dadurch, dass sie völlig ungetrübt sein wird.
Da ist zu sagen: dass diese Trennung der Seele vom Leibe immer noch ein Minus an Seligkeit einschliesst, weil sie ein Überbleibsel aus der ersten Sünde ist. Seit dem Sündenfall trennte sich im Tode der Leib von der Seele, und erst, wenn beide wiedervereint Gott loben, wird die letzte Spur jenes schweren Falles ausgewischt sein.
Die Gerechten erwarten mit freudiger Zuversicht die ewige Glückseligkeit, die für sie gleich nach dem überstandenen Todeskampf beginnen wird (Luk 23,43).

1 Kommentare:

  1. Nicht diesen Beitrag, aber den Blog betreffend:

    Lieber Herr Reiner,
    ich, Raphael Schuster, studiere an der Akademie für Reformatorische Theologie. Es ist ermutigend die wachsende Zahl reformierter bzw. reformatorischer Blogs und Internetauftritte auch im deutschen Raum wahrzunehmen. Vielen Dank für Ihren Blog.
    Die Akademie für Reformatorische Theologie (ART, www.reformatio.de) ist eine der wenigen Ausbildungsstätten, die bewusst ein reformatorisches Profil tragen und die Erkenntnisse der Reformation auch im 21. Jahrhundert als Geländer für ein schrifttreues Studium der Theologie bewahren. Meine Frage ist darum, ob Sie die ART verlinken würden. Wir freuten uns, würde die ART dadurch bekannter und junge Menschen, deo volente, den Weg zu einer schriftgemäßen theologischen Ausbildung finden. Mögen die biblischen Wahrheiten der lutherischen und reformierten Reformation in Deutschland wieder verkündigt, geglaubt und bekannt werden.

    Herzliche Segensgrüße

    Raphael Schuster,
    Studentensprecher der ART

    AntwortenLöschen