Herr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weisst du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.Gottes Geist erforscht alle Dinge. Ihm ist vollkommen offenbar, was zu jeder Zeit und an jedem Ort vor sich geht. Er sieht den Grund für alle Geschehnisse. Allerdings nimmt das Wissen Gottes nicht zu, weil er alles sieht und beobachtet. Er weiss es schon bevor es passiert. So geht auch die Allwissenheit weit über jedes menschliche Begreifen hinaus. Sogar was in Gott selbst ist, der unzugänglichste Ort für den Menschen und seinen Geist, ist Gottes Geist nicht verborgen. Er (er)kennt den ewigen Ratschluss der Gottheit.
Ps 139,1-2
Gerade am Gedanken des Ratschlusses scheitert das menschliche Denken immer wieder, weil wir nicht begreifen können, wie die Freiheit der Geschöpfe und der Wille des Schöpfers zusammengehen können. Die Philosophen schwanken zwischen Determinismus, der Lehre, dass alles bereits festgesetzt ist und dem freidenkenden Deismus, der eine solche Leitung absolut ablehnt. Beide Seiten entsprechen aber weder Gottes Ehre noch der biblischen Offenbarung.
Wir Christen haben einen allwissenden Gott und rühmen uns seiner auf Grund der Erfahrungen und Führungen, die allesamt so fein angelegt sind, dass nur ein allwissender, allgegenwärtiger und allmächtiger Gott Urheber derselben sein kann. Die Einsicht des Christen ist eine Einsicht des Glaubens und bringt eine Gewissheit mit sich, die weit über alle philosophische Gewissheit hinausgeht.
Aus dem Kapitel "Allwissenheit" meines Buches "Warum glaubst Du noch? - Lehren der christlichen Kirchen unter dem Gesichtspunkt der Logik"
AntwortenLöschen.... Wenn Gott alles wüsste, dann müsste er jeden Erdenbürger verstehen können. Nach Schätzungen gibt es auf unserer Welt zwischen 2500 und 10 000 Sprachen. Alle diese verschiedenen Sprachen müsste er beherrschen, ansonsten wäre er nicht allwissend. Dabei darf man nicht vergessen, dass Gott nur ein unauflösbares Gewirr von Milliarden Stimmen hören würde, verstehen könnte er nichts. Und auch weil die Menschen quasi immer in ihrer Sprache denken, müsste Gott ihre Sprache sprechen, um somit ihre Gedanken lesen zu können. Früher hat Gott selbst gesprochen, denn aus der Bibel geht hervor, dass er eine Stimme hat. Wie mag das funktionieren, wenn ein Wesen spricht? Für uns Menschen ist Sprechen mit den Stimmbändern und der Zunge verbunden, die ein körperloses Wesen nicht hat. Warum hat er uns etwas gegeben, was er selbst nicht besitzt? Wie ist er auf die Idee gekommen, dass Sprechen geradeso wie bei uns ablaufen kann, und nicht kurzerhand göttlich? Denn er hat doch die Evolution, also die natürliche Selektion, in der Weise beeinflusst, dass unser Leben sich so entwickeln konnte, wie es ist, sagt die Kirche. Und die Menschen tun Dinge, bei denen sie oftmals nicht reden. Sie gehen spazieren, sie joggen, sie sitzen im Sessel, oder sie gehen schlafen und vieles mehr. Alles müsste Gott sehen, um es zu wissen, von jedem Menschen auf der Welt. Es ist müßig, zu erwähnen, dass es so etwas nicht geben kann, da es unmöglich ist. Mit der Allwissenheit des Christengottes kann es also nicht weit her sein. ....